Depression: Die Fakten
Depression: key
facts
Depression ist weit verbreitet – ein Fünftel
aller Menschen wird in ihrem Leben depressiv. Jeder kann sich mal
traurig fühlen, aber jemand wird als depressiv bezeichnet wenn
diese Gefühle sie oder ihn nicht mehr verlassen oder so schlimm
werden, dass sie das normale Leben behindern.
Warum werden Menschen depressiv?
Bei manchen Menschen gibt es klare Gründe,
wieso sie depressiv werden, bei anderen ist es weniger
offensichtlich. Der Grund kann offensichtlich sein - zum Beispiel
das Ende einer Beziehung oder ein Trauerfall oder sogar die
Geburt eines Kindes – manchmal allerdings gibt es keinen klaren
Auslöser. Meistens gibt es mehrere Gründe, und die Gründe können
von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Auf jeden Fall können
diese Gefühle schlimm werden, dass man Hilfe braucht.
Wie fühlt es sich an depressiv zu sein?
Das Gefühl, das man während einer Depression
verspürt, ist tiefsitzender, länger und unangenehmer als die kurzen
Episoden von Traurigkeit, die wir alle manchmal erleben.
Zu den Symptomen gehören:
- Der Verlust der
Lebenslust
- Schwierigkeiten
Entscheidungen zu treffen
- Dinge, mit denen man früher
gut zurecht gekommen ist, nicht mehr zu ertragen
- Sich ermüdet, erschöpft oder
entkräftet fühlen
- Sich ruhelos und aufgeregt
fühlen
- Appetits- und
Gewichtsverlust
- Schlafstörungen.
Woher weiβ ich, ob ich depressiv bin?
Vielmals merken Menschen gar nicht, dass sie
depressiv sind, weil sich das Gefühl so langsam entwickelt hat.
Manchmal versuchen Menschen einfach weiter zu machen und die
depressiven Gefühle zu bewältigen, indem sie sich viel
beschäftigen. Das kann aber zu noch mehr Stress und Ermüden führen.
Dazu kommen körperliche Beschwerden wie zum Beispiel chronische
Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Dies sind oft die ersten
Anzeichen einer Depression.
Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt zwei verschiedene
Behandlungsmöglichkeiten: Psychotherapie und Behandlung mit
Medikamenten. Beides kann von Ihrem Doktor verschrieben werden.
Was ist Psychotherapie?
Es gibt verschiedene Arten Psychotherapie.
Psychologische Beratung gibt einem die Möglichkeit, mit einer
neutralen, professionellen Person über seine Gefühle zu reden.
Eventuell gibt es sogar einen Berater in der Praxis Ihres
Hausarztes.
Kognitive
Verhaltenstherapie kann Menschen helfen, die negativen
Gedanken, die manchmal zu Depression führen, zu überwinden.
Interpersonelle und dynamische Therapien
können hilfreich sein, wenn Sie Probleme haben, mit anderen
Menschen zurecht zu kommen und Beziehung aufzubauen oder zu
erhalten. Falls Ihre Depression mit Beziehungsproblemen verbunden
scheint, kann Paarberatung auch hilfreich sein.
Falls Sie während einer Behinderung oder
Krankheit depressiv wurden oder während der Pflege eines
Verwandten, könnte eine Selbsthilfegruppe Ihnen auch Halt und
Unterstützung bieten.
Was sind die Nachteile von
Psychotherapie?
Psychotherapie ist normalerweise sicher und
ohne Gefahren, aber sie kann auch Nebenwirkungen haben. Über seine
Gefühle zu sprechen kann negative Erinnerungen an die Vergangenheit
hervorbringen, was Sie dann traurig oder depressiv machen könnte.
Bei manchen Leuten können „Sprechende Therapien“ ihre Einstellung
und auch ihre Beziehungen zu Freunden und Familie verändern. Dies
kann zu Beziehungsspannungen führen. Sie müssen darauf achten, dass
Sie Ihrem Therapeuten vertrauen können und dass dieser richtig
ausgebildet ist.
Welche Medikamente könnten mir helfen?
Neben Tabletten gibt es ein alternatives
Mittel, St John’s Wort (Johanniskraut), welches
man in der Apotheke rezeptfrei kaufen kann. Es gibt Hinweise, dass
es für milde bis moderate Depressionen effektiv ist. Es wirkt auf
ähnliche Weise wie Antidepressiva, und manche Menschen finden, dass
es weniger Nebenwirkungen hat. Wenn Sie schon andere Medikamente
nehmen, sollten Sie ihren Arzt informieren bevor Sie Johanniskraut
nehmen.
Antidepressiva können wirksam
sein, wenn Sie schwere oder lang anhaltende Depression haben. Sie
können bewirken, dass Sie sich weniger nervös oder ängstlich fühlen
und mit Dingen besser umgehen können. Somit können Sie dann das
Leben wieder genieβen und mit Problemen effektiv umgehen. Es ist
wichtig zu wissen, dass man die Wirkung von Antidepressiva nicht
sofort merkt. Oft spüren Menschen erst nach 2 bis 3 Wochen eine
Besserung ihrer Stimmung.
Haben Antidepressiva irgendwelche Nachteile?
So wie alle Medikamente haben auch
Antidepressiva Nebenwirkungen. Diese sind jedoch meist mild und
nehmen auch nach längerer Behandlung ab. Die neueren Antidepressiva
(die selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer heiβen) können
anfänglich zu Übelkeit und erhöhter Nervosität führen. Die älteren
Antidepressiva können einen trockenen Mund und Verstopfung als
Nebenwirkung haben. Ihr Arzt wird Ihnen raten, trotz der
Nebenwirkungen weiterhin die Medikamente einzunehmen - es sei denn
die Nebenwirkungen sind sehr stark.
Wenn Sie die Antidepressiva absetzen, kann es
zu plötzlichen Entzugserscheinungen kommen. Diese können zum
Beispiel Nervosität, Durchfall, lebhafte Träume oder
Albträume sein. Dies kann allerdings vermieden werden indem man die
Dosierung langsam reduziert, bevor man ganz aufhört.
Was ist für mich richtig – Psychotherapie oder
Tabletten?
Das kommt darauf an, wie Ihre Depression sich
entwickelt hat und wie schwer sie ist. Psychotherapien sind im
allgemeinen wirksam für milde bis moderate Depression. Medikamente
ist nicht hilfreich bei milder Depression. Falls die Depression
schwerer ist, könnten Sie Antidepressiva brauchen, meist für eine
Zeitspanne von 7 bis 9 Monate.
Was, wenn ich keine Behandlung bekomme?
4 von 5 Menschen mit Depression geht es auch
ohne Behandlung wieder besser. Das allerdings kann 4 bis 6 Monate
oder länger dauern. Einer von 5 Menschen wird auch 2 Jahre
später noch depressiv sein, und ein paar wenige Menschen mit
Depression begehen auch Selbstmord.
Wie kann ich mir selbst helfen?
Mit jemandem, dem Sie nahe stehen, über Ihre
Gefühle zu reden kann hilfreich sein. Wiederholt über eine
schmerzhafte Erfahrung zu reden und alle Gefühle herauszulassen
kann die Seele heilen.
Eine andere Möglichkeit ist, etwas zu
unternehmen, zum Beispiel draußen spazieren zu gehen oder anders
aktiv zu sein. Dies macht fit und verhilft hoffentlich zu besserem
Schlaf. Arbeiten im Haus können auch helfen, seine Gedanken von den
Dingen abzulenken, die einen depressiv machen.
Achten Sie darauf sich gut zu ernähren, auch
wenn Sie keinen Appetit haben. Trinken Sie keinen Alkohol, weil
dies die Depression schlimmer macht, auch wenn es anfangs
vielleicht nicht so scheint.
Versuchen Sie, sich nicht zu sorgen, wenn Sie
nicht schlafen können, sondern machen Sie etwas Entspannendes wie
Lesen im Bett, Fernsehen oder Radiohören.
Falls Sie glauben, den Auslöser für die
Depression zu Kennen, versuchen Sie dies aufzuschrieben und über
Lösungen für Ihre Probleme nachzudenken. Wählen Sie die besten
Lösungen aus und probieren Sie, wie gut sie funktionieren.
Versuchen Sie auch, hoffnungsvoll zu bleiben.
Denken Sie daran, dass dies eine normale Erfahrung ist, die viele
Leute machen und dass Sie diese Phase überstehen werden und dass
sie Sie wahrscheinlich stärker und wiederstandsfähiger machen wird
als Sie vorher waren.
Wie kann ich jemandem helfen der eine Depression hat?
Hören Sie demjenigen zu, aber versuchen Sie
nicht ihn zu verurteilen. Versuchen Sie nicht Ratschläge
auszuteilen - es sei denn Sie werden gefragt. Wenn Sie wissen
das Problem hinter der Depression sehen, könnten Sie versuchen
gemeinsam eine Lösung zu finden.
Einfach Zeit mit demjenigen zu verbringen,
immer wieder zuzuhören und ihn/sie dazu aufzumuntern mit den
Alltagsaktivitäten weiterzumachen, kann auch helfen.
Falls es ihm/ihr schlechter geht, ermutigen
Sie ihn/sie dazu, einen Arzt zu besuchen und die Behandlung
zu befolgen.

Diese Broschüre wurde hergestellt dank der
Groβzügigkeit der Charitable Monies Allocation Committee der
Wohltätigkeitsorganisation St Andrew’s, Northampton
Wir danken Alice Malzfeldt,
Strategieforscherin, für diese Übersetzung
August 2010. Dies ist eine gekürzte Version unserer
Hauptbroschüre.
© Royal College of
Psychiatrists. Sie dürfen diese Broschüre
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